Was ist Diabetes, wie viele Menschen sind betroffen?
Die vielfältigen Störungen des Glukosestoffwechsels gehören weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen.
Diabetes mellitus wird im Alltag auch als "Zuckerkrankheit" bezeichnet. Sie umschreibt als Sammelbegriff jedoch verschiedene Störungen des Zucker- oder Glukosestoffwechsels die grundsätzlich in jedem Lebensalter und unabhängig vom Geschlecht auftreten können.
Die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte sind der wichtigste Indikator.
Erste Berichte von einem gestörten Zuckerstoffwechsel lassen sich auf das Jahr 1550 vor Christus datieren. Bereits im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurden die Hauptsymptome des Diabetes hervorragend beschrieben. Im 17. Jahrhundert entdeckte Thomas Willis den süßen Geschmack des Urins und den Zusammenhang mit dem Blutkreislauf.
Die Bezeichnung hat dort ihren Ursprung: Das Wort Diabetes bedeutet soviel wie "durchfließen" und mellitus umschreibt das "süße, honigartig Schmeckende".
Heute hat die Medizin verschiedene Ursachen für die Störung entdeckt und unterscheidet so genannte Diabetestypen. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschlagenen Definitionen der Diabetestypen 1 und 2 sind allgemein akzeptiert. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit haben alle Diabetestypen ein gemeinsames und messbares Kennzeichen: die chronische Erhöhung des Blutzuckers bei den Betroffenen.
Die Anzahl der Erkrankten ist in vielen Ländern in den letzten 50 Jahren rasant angestiegen. Neben veränderten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten spielen Erbfaktoren eine bedeutsame Rolle.
In Deutschland beispielsweise lebten zu Ende des Zweiten Weltkriegs 600.000 Diabetiker. Für 2010 schätzen Experten der WHO die Zahl der diagnostizierten Erkrankten auf 10 Millionen!


